Sitz des Deutschen BundestagsReichstag

Eine der geschichtlich bemerkenswerten und am meisten besuchten Sehenswürdigkeiten in Berlin ist zweifellos der Reichstag. Das imposante Gebäude mit seiner gläsernen Kuppel ist die Attraktion für den Berlinbesucher. Nachdem Mitte 1991 Berlin für den Sitz des Deutschen Bundestages ausgewählt wurde, stand der Reichstag als zukünftiger Tagungsort für den Bundestag fest. Das ehrwürdige Reichstagsgebäude sollte den Anforderungen eines modernen Parlamentssitzes entsprechen, umfangreiche Umbauten waren erforderlich. Die Baumaßnahmen dauerten bis September 1999.

Bilder

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Geschichte

Nachdem mit der Proklamation des Deutschen Kaiserreiches 1871 Berlin zur Hauptstadt Deutschlands benannt wurde, brauchte das Parlament einen würdigen Regierungssitz. Der Architekt Paul Wallot erhielt den Bauauftrag, nach seinen Plänen entstand 1884 – 1894 ein repräsentatives Bauwerk mit Elementen der Renaissance, des Barock sowie des Klassizismus, welches durch seine vier Ecktürme und vor allem seine markante Kuppel geprägt wurde. Ein Kuppelbau von solchen Ausmaßen war Ende des 19. Jahrhunderts eine technische Meisterleistung. Die Giebelinschrift des Reichstages, „Dem Deutschen Volke“, ist erst im Jahr 1916 angebracht worden.

In den Weltkriegen war der Deutsche Reichstag wiederholt Ziel von intensiven Angriffen. Während des Zweiten Weltkrieges fungierte das Gebäude des Reichstages als industrielle Produktionsstätte von Elektronenröhren, aber auch als Lazarett. Außerdem verlegte die Berliner Charité ihre gynäkologische Station in das Gebäude.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges eroberten die Sowjets den Reichstag während der Schlacht um Berlin. Das Bild mit der roten Fahne über dem Eingangsportal ist aus vielen Geschichtsbüchern bekannt.

Wiederaufbau

Die enormen Schäden am Gebäude machten nach Ende des Krieges eine Nutzung unmöglich. Eine unsichere Statik erforderte im Jahr 1954 sogar die Sprengung der Kuppel. Kurze Zeit später beschloss man den Wiederaufbau. Der Architekt Paul Baumgarten gewann mit seinen Plänen den 1961 durchgeführten Wettbewerb für Planung und Neuaufbau. Bis 1973 dauerte die 110 Millionen Mark teure Baumaßnahme, bei der große strukturelle Veränderungen am Gebäude vorgenommen wurden. Eine neue Kuppel gab es nicht mehr.

Nachdem 1991 Berlin als Regierungssitz des geeinten Deutschlands fest stand, war eine weitere Umbaumaßnahme des Reichstages von Nöten. Das Gebäude sollte komplett renoviert und mit modernster Energietechnik versehen werden. Der Beschluss zum Bau einer Glaskuppel erfolgte jedoch erst im Jahr 1995. In diesem Jahr machte das Projekt „Verhüllter Reichstag“ von Christo und Jeanne-Claude das Gebäude weltweit bekannt. Im Jahr danach begannen die Modernisierungsarbeiten, die bis ins Jahr 1999 andauerten.

Besichtigung

Als Wahrzeichen Berlins hat sich der Reichstag zu einem Besuchermagnet entwickelt. Neben den angebotenen Führungen ist vor allem die spektakuläre Kuppel und die Dachterrasse einen Besuch wert. Das Dachgarten-Restaurant des Reichstages lockt die Besucher mit einer ausgezeichneten Küche, sowie Kaffee und Kuchen am Nachmittag. Eindrucksvoll ist der Blick über die ganze Stadt, besonders in den Abendstunden, wenn Berlin als ein riesiges Lichtermeer erstrahlt.

Eintrittspreise

Der Eintritt in den Reichstag ist kostenlos. (Stand: 06/2016)

Öffnungszeiten

Montag: 8.00 – 24.00 Uhr
Dienstag: 8.00 – 24.00 Uhr
Mittwoch: 8.00 – 24.00 Uhr
Donnerstag: 8.00 – 24.00 Uhr
Freitag: 8.00 – 24.00 Uhr
Samstag: 8.00 – 24.00 Uhr
Sonntag: 8.00 – 24.00 Uhr

Der letzte Einlass ist jeweils um 22.00 Uhr.

Warst Du schon mal in Berlin? Hast Du den Reichstag besucht? Hat es Dir gefallen? Welche anderen Sehenswürdigkeiten würdest Du Berlin-Besuchern unbedingt ans Herz legen?

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Foto: Reichstag in Berlin (Foto: Sergey Novikov | Shutterstock)