Städte
Wernigerode

Blick vom Wernigeröder Schloß auf Wernigerode

Wernigerode ist eine Kleinstadt am Fuße des Harzes. Hermann Löns hat das Städtchen mit dem Titel „Die bunte Stadt am Harz“ geadelt. Biertrinker kennen Wernigerode durch das bundesweit vertriebene Bier „Hasseröder“, das früher im Ortsteil „Hasserode“ gebraucht wurde.

Wernigerode verfügt mit der „Hochschule Harz“ über eine eigene Hochschule in den Bereichen Technik und Wirtschaft. Mit über 3 Mio. Tagestouristen ist das Vorharzstädtchen stark vom Tourismus dominiert.

Die Stadt liegt an Nord-Ost-Rand des Harzes und erstreckt sich über eine Fläche von rund 170 Quadratkilometer. Eine Durchfahrt durch die Stadt hat in etwa eine Länge von sechs Kilometern. Wernigerode liegt im Mittel rund 240 Meter über dem Meeresspiegel.

Fakten

Einwohnerzahl: 34.400
Postleitzahlen: 38855, 38879
Vorwahl: 03943
Stadtrecht: seit 1229
Land: Deutschland
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Harz
KfZ-Kennzeichen: WR (alt), HZ

Bilder

Stadtteile

  • Burgbreite
  • Charlottenlust
  • Harzblick
  • Hasserode
  • Nöschenrode
  • Stadtfeld

Eingemeindete Ortschaften: Benzingerode, Minsleben, Reddeber, Schierke, Silstedt

Sehenswürdigkeiten

Schloss

Schloss in Wernigerode

Schloss in Wernigerode (Foto: Bildagentur Zoonar GmbH | Shutterstock)

Nur zu Fuß oder über die Schlossbahn erreichbar thront das Schloss Wernigerode über der Stadt. Die im Mittelalter errichtete Festung diente zunächst den deutschen Kaisern als Ausgangspunkt für Jagdausflüge in den Harz. Nachdem die Burg im Dreißigjährigen Krieg nahezu vollständig zerstört wurde, begann im 17. Jahrhundert der Wiederaufbau im Barockstil. Weitere Umbauten erfolgten, sodass das Schloss Wernigerode heute als einer der wichtigsten Vertreter des norddeutschen Historismus gilt.

Viele der Gebäudeteile sind der Öffentlichkeit zugänglich. Sie können auf eigene Faust mit Audioguide oder über Führungen erkundet werden. Besonders interessant sind über 40 Räume, die einen Einblick in das Leben des deutschen Hochadels von 1918 vermitteln. Weiterhin zeigen Räume die Geschichte der Familie Stolberg-Wernigerode und bieten einen Überblick über das zweite Deutsche Kaiserreich. Außerdem sind verschiedene Möbel und Kunsthandwerk aus der Zeit des 16. bis 19. Jahrhunderts zu bewundern.

Zahlreiche Sonderausstellungen vervollständigen das Besuchsprogramm. Von den Schlossterrassen bietet sich dem Besucher ein wunderschöner Ausblick.

Rathaus

Der Wernigeröder Rathaus

Der Wernigeröder Rathaus (Foto: Anton_Ivanov | Shutterstock)

Das Rathaus von Wernigerode hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Es diente seit 1420 zunächst als „Spelhus“ ebenso wie als Gerichtsgebäude oder Veranstaltungsort für Tanz und Spiel oder Hochzeiten. Zahlreiche Umbauten veränderten den Bau, wobei zunächst vor allem Wert auf Zweckmäßigkeit gelegt wurde.

Der Keller des Rathauses, der Ratskeller, wird von einem Kreuzgratgewölbe überspannt und liegt relativ hoch. Das Erdgeschoss des Rathauses ist über eine zwischen den beiden Rathauserkern errichtete Freitreppe erreichbar.

Heute wird das Rathaus in erster Linie als Verwaltungssitz der Stadt oder für Hochzeiten genutzt. Einige historische Räume des im Fachwerkstil errichteten Gebäudes können auf einer Führung besichtigt werden. Die Tour führt zum Ratssaal, der Ratswiege, dem Trauzimmer und dem Dachboden.

Nicht nur das Rathaus selbst lohnt einen Besuch, auch der davorliegende Marktplatz wartet mit einigen Sehenswürdigkeiten auf. Das Fachwerkensemble rund um den Platz ist ebenso sehenswert wie der im Jahre 1848 errichtete Wohltäterbrunnen. Er erinnert an die großen Söhne und Töchter der Stadt, die sich um die Stadt verdient gemacht haben.

In der DDR wurde das Wernigeröder Rathaus in mehreren Büchern als „schönstes Rathaus Europas“ bezeichnet.

Kleinstes Haus

Das kleinste Haus in Wernigerode

Das kleinste Haus in Wernigerode (Foto: VanderWolf Images | Shutterstock)

In der Kochstraße 43, nahe der ehemaligen Stadtmauer, liegt das „Kleinste Haus“ von Wernigerode. Das winzige Gebäude wurde seinerzeit in eine nur 2,95 Meter große Baulücke gezwängt und besteht aus Erdgeschoss, erstem Stock und Dachboden. Das Haus wurde in Spitzenzeiten von bis zu elf Personen bewohnt. Heute dient es als Museum mit einer volkskundlichen Ausstellung. Besucher, die sich einen Eindruck von den einst äußerst beengten Wohnverhältnissen armer und mittelloser Familien des 19. und 20. Jahrhunderts machen möchten, können an Führungen teilnehmen.

Christianental

Zwischen Agnesberg und Fenstermacherberg lädt das im beschaulichen Wildpark Christianental gelegene gleichnamige Waldgasthaus zu einem Besuch ein. Erbaut wurde das Gebäude als gräfliches Gut durch Graf Christian Ernst. Der erste gastliche Betrieb wurde bereits im Jahre 1779 aufgenommen. Seitdem genießen Besucher an diesem traditionellen Ort die rustikale Küche.

Im Wildpark kommen Naturliebhaber, Familien mit Kindern und Tierfreunde auf ihre Kosten. Viele einheimische Tiere des Harzes können hier hautnah beobachten werden: Rot-, Damm- und Schwarzwild, Eulen und Greifvögel aber auch Marder, Wildkatzen und Waschbären sind im Park beheimatet. Ebenso ein Luchs-Pärchen.

Wanderfreunde finden im stadtnahen Wandergebiet viele ausgeschilderte Strecken. Park und Waldgasthaus sind ganzjährig geöffnet. Sogar übernachten lässt sich in der dem Waldgasthaus angeschlossenen Pension.

Das Schiefe Haus

Schiefes Haus in Wernigerode

Schiefes Haus in Wernigerode (Foto: Bernhard Richter | Shutterstock)

Was dem italienischen Pisa der Turm, das ist der Stadt Wernigerode ihr „Schiefes Haus“. 1680 wurde das Haus in der Klintgasse 5 als Walkmühle für die Tuchmachergilde errichtet. Seine Schieflage erhielt das Gebäude durch den Mühlgraben, der die Grundmauern umspülte. Im Laufe der Zeit senkte sich die Ostmauer, sodass das Haus heute eine Neigung von sieben Prozent aufweist – es steht damit doppelt so schief wie der berühmte Turm.

Im 19. Jahrhundert wurde das Schiefe Haus zum Wohnhaus umgebaut und später als Verwaltungssitz der Stadt genutzt. Seit seiner Sanierung im Jahre 2012 dient diese Sehenswürdigkeit als Museum und Galerie. Im Inneren befindet sich eine Dauerausstellung aus Fachwerkmodellen. Ferner finden wechselnde Kunstausstellungen statt. Der Besuch des „Schiefen Hauses“ wird auch im Rahmen einer Stadtführung angeboten.

Harzquerbahn

Harz-Quer-Bahn

Harz-Quer-Bahn (Foto: tkachuk | Shutterstock)

Von Wernigerode aus lässt sich der Harz auf ganz traditionelle Weise mit der Harzquerbahn erkunden. Die erste Konzession für die Errichtung der Eisenbahnstrecke wurde bereits 1896 erteilt. Seitdem wurde die Strecke kontinuierlich ausgebaut. Heute wird sie nicht nur für nostalgische Eisenbahnfahrten, sondern auch für den Lieferverkehr genutzt.

Die Tour der Dampflokomotiven führt von der Stadt aus über die Steinerne Renne bis nach Drei Annen Hohne. Von dort aus folgt die Strecke der Schmalspurbahn den engen Bögen des Drängetals. Unterwegs passiert die Harzquerbahn den einzigen Tunnel, den Schmalspurbahnen im Harz durchqueren – ein Erlebnis für alle Freunde der Dampfeisenbahn. Die Strecke der Harzquerbahn endet in Nordhausen. Besucher können an jeder Haltestelle aussteigen und die Umgebung auf eigene Faust erkunden. Auch Umstiege in die Brockenbahn sind möglich.

Luftfahrtmuseum

Für Freunde des technischen Fortschritts ist das Luftfahrtmuseum eine interessante Anlaufstelle. Über 1.000 Exponate und derzeit 55 Flugzeuge und Hubschrauber können in den vier Hangars auf dem 5.000 Quadratmeter großen Areal aus nächster Nähe besichtigt werden. Prunkstück der Ausstellung ist das Militärflugzeug Transall C-160. Neben Rundgängen für Erwachsene bietet das Luftfahrtmuseum spezielle Führungen für Kinder an, die vom Maskottchen „Fanny“ begleitet werden. Auf spielerische Weise werden die Kleinen an die Geschichte der Luftfahrt herangeführt. Angeschlossen sind ein Museumshop und eine „CafetAIRia“, in der sich Besucher stärken können.

Architektur

Innenstadt von Wernigerode mit den typischen Fachwerkhäusern

Innenstadt von Wernigerode mit den typischen Fachwerkhäusern (Foto: Anton_Ivanov | Shutterstock)

Wernigerode ist überregional vor allem für seine mittelalterlichen Fachwerkbauten bekannt, die die gesamte Innenstadt prägen. Auch große Teile der alten Stadtgebiete Hasserode und Nöschenrode sind mit traditionellem Fachwerk bebaut. Die für den ehemaligen Ostblock typischen Beton-Blockbauten finden sich in den Neubaugebieten der Stadt (Harzblick, Stadtfeld, Burgbreite).

Die bunte Stadt am Harz

Wernigerode wurde vom deutschen Schriftsteller Hermann Löns einst als „die bunte Stadt am Harz“ bezeichnet. Seitdem steht dieser Satz als Synonym für Vorharz-Stadt.

Bildung

Wernigerode verfügt mit der „Hochschule Harz – Hochschule für angewandte Wissenschaften“ über eine staatliche Hochschule. Mit Studentenzahlen von über 3.000 hat sich die Hochschule in den Fachrichtungen Wirtschaft und Technik mit zahlreichen Studiengängen etabliert. Die Hochschule wurde 1991 – damals noch als „Fachhochschule Harz“ – gegründet und seitdem kontinuierlich erweitert.

Links

www.wernigerode.de – offizielle Webseite der Stadt
www.hasseroeder.de – Hasseröder Brauerei GmbH
www.hs-harz.de – Hochschule Harz

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